Zündtechnik, oder wie mache ich Feuer am Körper ;-)
Alle unsere Feuerwerke werden elektrisch gezündet. Hier wollen wird kurz auf die Technik eingehen, die bei einer elektrischen Zündung nötig ist.
1. Brückenanzünder
Ganz nah an der "Zündschnur" des Feuerwerkskörpers befindet sich der "E-Zünder", besser Brückenanzünder genannt.
Den Brückenanzünder gibt es in verschiedenen Ausführungen wobei das Grundprinzip eines sich erhitzenden Glühdrahtes der seinerseits ein leicht entzündlichen Satz, der ihn umhüllt entzündet, immer gleich ist.
Am häufigsten wird der "nackte" Brückenanzünder ohne irgend welche Plastikkappen verwendet. Er ist Preiswerter als die "Kappenmodelle" die sich aber leichter an Anzündschnüren befestigen lassen.
Warum wird hier immer von ANzündern gesprochen? Anzünder sind in nicht sprengkräftigen Anwendungsfällen im Einsatz wogegen sich die Zünder ausschliesslich im Sprengbereich tummeln.
Der zur Anzündung nötige Stromimpuls wird dabei Computergesteuert durch die Zündbox bereitgestellt.
2. Zündboxen
Zum Einsatz kommt bei uns das Zündsystem von Graffiti-Pyrotechnik. Wir haben allerdings ein eigenes Gehäusekonzept und andere Klemmen für unsere Zündboxen gewählt. Ausserdem kommt ein eigenentwickeltes Funkübertragungssystem zum Einsatz. Bisher hat sich unser System als sehr zuverlässig erwiesen.
In der Zündbox befindet sich ein Akkumulator zur Stromversorgung der auch die Zündspannung für die "E-Zünder" bereitstellt.
Die Zündspannung wird mittels elektronischem Schalter an die
entsprechende Ausgangsklemme geschaltet, wenn die Zündbox dazu den
Befehl vom Steuercomputer bekommt.
Unsere Boxen gibt es in zwei Ausführungen:
Eine 8-kanalige-FUNKBox die einen RS485 Ausgang zur Ansteuerung von weiteren kabelgebundenen Boxen hat.
An der Feldstärkeanzeige kann die Funkqualität beurteilt werden, die
grünen Leuchtdioden leuchten bei belegtem Zündkreis (E-Zünder dran), die roten
wenn der Kanal aktiviert ist (Feuerwerkskörper anzünden).
Scharfgeschaltet wird die jeweilige Box mit einem Schlüsselschalter der ein unbefugtes Benutzen verhindert.
Die zweite Version ist eine 16-kanalige-KABELbox die direkt durch den Computer oder durch eine Funkbox angesteuert werden kann.
Schnittstelle ist auch hier RS485 so daß Kabellängen von mehreren 100 Metern problemlos möglich sind.
Beide Boxentypen haben Klemmanschlüsse für die Zündkreise und parallel
je einen mehrpoligen Stecker mit dem vorverdrahtete Aufbauten schnell
angeschlossen werden können.
Zum
System gehört natürlich noch der Funksender, eine kleine graue Kiste
mit Antenne. Er hat einen seriellen Eingang mit dem er mit dem Laptop
verbunden wird. Als Ausgang steht die RS485 und die Funkschnittstelle
zur Verfügung. Dazu kommen dann noch die Verbindungskabel zwischen den
verschiedenen Boxen.
Das ganze ist ein
handliches System mit dem sich unsere Feuerwerke schnell aufbauen und
computergesteuert abbrennen lassen. Das Ganze natürlich auch Musiksynchron, mehr
dazu unter Software.
3. Steuercomputer
Wie schon erwähnt wird das ganze Feuerwerk computergesteuert abgebrannt. Der eingesetzte Laptop dient hierbei gleichzeitig als Steuerzentale der Zündboxen als auch als Audioquelle für Musikfeuerwerke.
Die eingesetzte Software unterstützt voll musiksynchrone Feuerwerke. Nur mit speziellen Programmen lassen sich solche Feuerwerke überhaupt erst realisieren.
4. Verbindung der Feuerwerkskörper untereinander
Nicht alle Feuerwerkskörper werden einzeln mittels E-Zünder angezündet. Meist werden mehrere gleichzeitig abgebrannt um eine größere Effektfülle zu erhalten. Solche Gruppen werden pyrotechnisch verleitet, das heißt mittels Anzündlitze, Stoppine, Matchtape usw. miteinander verbunden.
Frei verwendbar sind in Deutschland jedoch nur die Anzündlitzen die es in zwei verschiedenen Abbrandgeschwindigkeiten gibt.
Die rote Anzündlitze ist die schnelle Verbindung für nahezu gleichzeitige Entzündung der Feuerwerkskörper. Sie brennt mit ca. 8-12sek./m ab.
Die gelbe Anzündlitze ist die langsamere Vertretung für zeitlich stärker gestaffelte Entzündung der Feuerwerkskörper. Sie brennt mit ca. 18-28sek./m ab.
Den Profis vorbehalten ist zB. die gedeckte Stoppine. Sie besteht aus einer mit Schwarzpulver beschichteten Schnur die in einem Papierschlauch abbrennt. Der Papierschlauch leitet die heissen Verbrennungsgase weiter nach vorn wo sie die Schwarzpulverschnur entzünden usw.
Die gedeckte Stoppine brennt dadurch nahezu verzögerungsfrei durch ihre gesamte Länge, mehr als 100m pro Sekunde sind kein Problem.
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